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Begegnung mit dem Serienmörder - Jetzt sprechen die Opfer

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Begegnung mit dem Serienmörder - Jetzt sprechen die Opfer


Zugegeben, der Titel mag auf dem ersten Blick ein wenig irritieren. Das brachte Harbort nun auch einen Platz auf der Liste der skurrilsten Buchtitel ein, dennoch ist dieses Buch überhaupt nicht witzig zu lesen, ganz im Gegenteil.

In diesem Werk geht es schlichtweg um Gewalt, Tod und furchtbare Angst.

Der Schriftsteller berichtet sehr eindrucksvoll von der grausamen Wirklichkeit und versucht so zu ergründen, ob es einen roten Faden gibt, etwas, womit man erklären kann, was die Menschheit fassungslos macht und sich jedem Verständnis entzieht.

Auf der einen Seite stehen die, über die ständig geschrieben wird (und dessen Geschichte sich in der heutigen Gesellschaft aufgrund des Boulevards erheblich besser verkaufen lässt) Sie sind zum größten Teil selber Legenden geworden. In vielen Fällen schreiben sogar Täter nach der Tat noch ein Buch und erhalten so noch nach Jahren der Tat weiterhin eine nicht zu verstehende und nicht zu akzeptierende Aufmerksamkeit.

Die Stimmen der Opfer dagegen kommen leider viel zu wenig in den Medien vor. Doch gerade bei Ihnen müsste man sich ständig fragen, warum ausgerechnet sie zum Opfer geworden sind. Diese Fragen stellen sich zwar die Geschädigten, aber sie kommt so gut wie nie in der Öffentlichkeit vor.Sollte es tatsächlich ein "Opfer Profil" geben, so wie es auch ein Täter Profil gibt? Oder könnte gar jeder von uns durch einen Zufall selber Opfer werden?

Der gebürtige Düsseldorfer Harbort hat die erste deutsche Studie zu Serienmord-Opfern durchgeführt und geht diesen Fragen auf den Grund. Er sprach mit den Opfern über die Täter - und mit den Tätern über die Opfer.

Erstmals werden somit in Deutschland solche Aussagen zu lesen sein.

Nach mehr als sechzehn -jähriger Forschungsarbeit ist es Harbort gelungen, das Verhältnis von Opfern und Tätern zu entschlüsseln. Und er beantwortet Fragen. Fragen, die uns alle angehen sollten : - Wie kann ich mich generell vor diesen Tätern schützen?
- Was könnte ich tun, wenn ich einem Serienmörder tatsächlich gegenüberstehe?

Ein Patentrezept hat auch Harbort nicht an der Hand. Es gibt schlichtweg einfach keine "Anleitung" für Serienkiller - ebenso wenig wie für jeden anderen Menschen. Täter und Opfer sind unterschiedlich und die zum Teil Zufallsbegegnung zwischen den beiden Individuen bringt noch einmal eine Fülle an vielen anderen Möglichkeiten hervor. In jedem Einzelfall kann man nur ausloten, was am erfolgversprechendsten scheint. Es kommt halt schlichtweg auf jede einzelne Tat an. Jede Tat bietet so verschiedene Möglichkeiten an, die beide (Opfer und Täter) gehen können. Dabei kann sich jede einzelne Person ebenso täuschen wie sie auch mit der jeweiligen Entscheidung richtig liegen können.

Fazit
Dieses Buch ist in vielerlei Hinsicht bemerkenswert, denn hier bekommt man als Leser nicht nur einen guten Überblick über Täter und Opfer, man bekommt auch wertvolle Hinweise, wie man sich gegen solch böse Menschen schützen könnte oder wie man sich in bestimmten Situationen verhalten sollte. Das Buch fesselt seine Leser bis zum Schluss und büßt auch nach mehrmaligem Lesen nichts von seiner Spannung und Dramatik ein. Und diese Erkenntnis ist zum Teil doch sehr überraschend.

Zum Autor
Stephan Harbort ist der Serienmord-Experte Deutschlands.
Er wurde 1964 in Düsseldorf geboren, wo er heute noch mit seiner Familie lebt.
Der Kriminalhauptkommissar entwickelte international angewandte Fahndungsmethoden zur Überführung von Serienmördern. Er ist zudem Fachberater bei TV-Dokumentationen und Krimi-Serien. Seine zahlreichen Bücher sind kriminalistische Bestseller. Von 1997 bis 2007 führte Stephan Harbort Interviews mit 53 verurteilten Serienmördern in Justizvollzugsanstalten und psychiatrischen Krankenhäusern.

MarBrun 20. August 2009


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