Pressespiegel (Auswahl)
Rezensionen

Hörbücher

zurück zur Auswahl

Darmstädter Echo, 16.07.2007

Krimis, die derAlltag schrieb

Stephan Harbort hat in den Abgrund geschaut. Der Kriminalhauptkommissar aus Düsseldorf gilt als Experte für Serienmörder. Eine ganze Reihe von Fach- und Populärbüchern hat er inzwischen über dieses Phänomen geschrieben, er berät regelmäßig TV-Serien als Experte, nun gibt es auch Hörbücher von Harbort. Unter dem Reihentitel "Phänomen Serienmörder" gibt sich Harbort nicht der Sensationslust hin. Die grausigsten Details klammert eraus, ihm geht es vielmehr um die Psyche der Täter. Zum Beispiel beim "Blaubeer-Mariechen". 1983 wurde Maria Horn in Mönchengladbach verhaftet, eine freundliche, ältere Frau, über die ihre Kinder sagten: Sie war die beste Mutter der Welt. Lediglich einer Schwiegertochter kamen eines Tages Zweifel an der Freundlichkeit der Dame, denn in ihrem Umfeld starben immer wieder ältere Herren. Unerwartet und plötzlich.

"Blaubeer-Mariechen" von Stephan Harbort (Pablos-Media in Köln, circa 12 Euro) ist ein unterkühltes Hördossier, sachlich, klar und emotionslos. So bleibt die Distanz zum Geschehen gewahrt. Eine Distanz, die auch Stephan Harbort aufbauen muss. Der Polizist hat im Laufe der Jahre mit vielen Serienkillern persönlich gesprochen. Erschrocken war er über die Unauffälligkeit der Täter. "Von einer einzigen Ausnahme abgesehen", so Harbort vor geraumer Zeit in einem Interview, "waren sie während unserer Gespräche allesamt sehr höflich, freundlich." An der äußeren Erscheinung oder an Umgangsformen ist kein Serienmörder zu erkennen.

Die oft detaillierten Schilderungen ihrer Taten lassen aber selbst den erfahrenen Experten nicht kalt. "In diesen Momenten muss ich ein kühler Analytiker bleiben." Dass ihm dies nicht immer leicht fällt, daraus macht der 43 Jahre alte Polizeibeamte keinen Hehl. (lit)


zurück zur Auswahl