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Rezensionen

Das Serienmörder-Prinzip

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www.kriminalportal.de, 30.08.2006

Was zwingt Menschen eigentlich zum Bösen? Diese Frage wird am authentischsten und spannendsten in dem neuen Buch "Das Serienmörder-Prinzip" von Stephan Harbort beleuchtet. Mehr als 50 Serienmörder offenbarten dem Kriminalisten und Autor ihr Innerstes. Fünfzehn Jahre studierte der bekannte Serienmörder-Spezialist die Fälle, wälzte Akten, rekonstruierte dutzende Taten, stellte den Kontakt zu Serientätern her und zeichnete umfassende Psychogramme. Doch der Aufwand hat sich gelohnt. Zum ersten Mal ist damit ein Buch entstanden, welches hinter die Kulissen der "Monster" blickt und dabei Forschungsbericht und bewegende Lektüre miteinander verknüpft.

Bereits zu Beginn wird der Leser mit dem amerikanischen Serienmörder Matthew Sutherland konfrontiert. Er hat mehrere Frauen skrupellos vergewaltigt und getötet. Seine Wut und seinen Hass auf seine Frau projizierte Sutherland auf seine Opfer. Sie wurden zu Objekten. Sutherland benutzte sie wie einen Sandsack, auf den man seine Energie abladen kann. Immer wieder fragt man sich, wer oder was einen Menschen zu solchen Taten zwingt. Soziale Konflikte? Mangelndes Selbstbewusstsein? Oder eine höhere Macht?

Harbort analysiert und differenziert in seinem Sieben-Phasen-Modell die Psyche der Serienmörder von der Entstehung bis zum Abgleiten in die Serialität. Dabei vergisst der Kriminalist nicht, dass sich ein Mensch nie in ein bestimmtes Schema einordnen lässt. Detailliert beleuchtet der Spezialist jeden einzelnen Fall und zieht den Leser in eine faszinierende und zugleich abstoßende Welt. Bis echte Aussagen von Serientätern den Leser wieder in die Realität zurückholen und man entsetzt erkennt, dass das Abnorme zur Norm gehört und das Unmenschliche mit dem Menschlichen verbunden ist.


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